Hexenhaus











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Einträge vom: 10.09.2008

Lehrjahre....

...sind keine Herrenjahre.

Vor ein paar Tagen hab ich so mit einem Ohr im Radio was gehört über einen Lehrling, der seine Chefin verklagen will, weil die ihn angeschrieen hat. (Ob ich das so richtig gehört habe sei mal dahingestellt...)

Da mußte ich an meine erste Lehre denken als Hotelfachfrau. Im ersten Lehrbetrieb, einer kleinen Kurpension, hatte ich das Paradies auf Erden, einen - auf neudeutsch - megacoolen Chef, eine tolle Chefin und bei der Arbeit hab ich mir auch kein Bein rausgerissen.


Dann hab ich in der Berufsschule (Blockschule) gesehen und gehört, was meine Schulkollegen so alles machen und lernen durften (Servietten falten, an die Rezeption, Blumengestecke, vorlegen am Tisch usw.) - und hab mir eingebildet, ich muß unbedingt den Lehrbetrieb wechseln, damit ich auch meine Prüfung schaffe. Tja... und dann begann sie, meine Leidenszeit.

ALLE Lehrlinge mußten eine 6-Tage-Woche arbeiten (wir bekamen ja dafür 100 Mark mehr Lohn). Ein Tag auf zig verschiedenen Posten (erst Frühstücksservice, dann Küche, dann Etage, dann Spülküche) war keine Seltenheit. Dienst bis nach Mitternacht (hey, mit mir konnten die das machen, ich war da schon 20 Jahre alt) und am Tag danach Frühstücksservice kam mehr als einmal vor. Wenn wir abends weggingen mußten alle Lehrlinge um 22 Uhr wieder im Hotel sein - auch ich, obwohl ich schon 20 Jahre alt war!

Das Schlimmste war die Küche!!!! Wir hatten einen Schinder als Küchenchef!

Bei 200 Salaten hatte ich bei drei oder vier Tellern das Dressing vergessen - eine Woche Strafdienst, d.h. in der Mittagspause in der Küche bleiben und putzen oder irgendwas schnippeln oder schälen – also Dienst von 9 Uhr morgens bis 22 Uhr abends durchgehend

Ich musste einen 25 kg Sack Metzgerzwiebeln schälen – das sind diese Riesendinger, total scharf – und einen Eimer voll dem Küchenchef auf den Posten stellen. Kurz drauf rief er mich zu sich, ein kleines Häufchen Schalen und faulige Stückchen auf dem Brett „Essen!“ Ich. „Wie – essen!??“ Wenn ich der Meinung sei, die Gäste können faulige Zwiebeln essen kann ich das wohl auch. Und bei jedem „NEIN“ von mir piekste er mich mit dem Messer in die Seite, jedes Mal ein bisschen fester... bis ich unter Tränen das Zeug runtergewürgt habe....

Wir hatten Miesmuscheln auf der Karte – so richtig eklige orange Dinger mit einem schwarzen Zeug drin *grusel*  Wenn ich das den Gästen verkaufen will muß ich wissen wie das schmeckt, essen! Und wieder bei jedem NEIN der Piekser in die Seite, diesmal von zwei Seiten, links der Commis und rechts der Küchenchef... Nie im Leben werd ich wieder Muscheln essen!!

Sauce haben wir immer in Megamengen im Kipper gekocht und dann durch ein Spitzsieb in einen Eimer passiert. Das Sieb musste ich halten... der Eimer stand auf dem Rand des Kippers und das Sieb natürlich drüber, also ca. in Gesichtshöhe. Mensch, war das schwer! Und immer, wenn dieser Schinder gemerkt hat daß ich kaum noch konnte, hat er eine Pause gemacht und blöde Witze erzählt, oder den Kochlöffel recht fest nach unten gedrückt... bis mir die Tränen runterliefen...

Oder wir Lehrlinge bekamen im Vorbeigehen mal schnell eine Kopfnuß – und bei der Frage wofür gleich noch mal eine... einmal hat er an einem anderen Kollegen einen „Gummihund“ kaputtgeschlagen..

Ich weiß gar nicht mehr was ich „verbrochen“ hatte, jedenfalls mußte ich einen Kühlschrank putzen, so einen ganz alten, gammligen, noch mit Holzrosten ;-) Den ganzen Tag hab ich geputzt und geschrubbt, sauberer ging gar nicht mehr... jedesmal wieder kam „Nicht sauber genug, noch mal“ und als er echt gar nichts mehr fand, hat er die Gummidichtungen auseinander gezogen „Dreckig, putzen!“

Auch im Service wars oft nicht einfach... Wenn wir für Hochzeiten oder Gesellschaften eingedeckt haben, kamen die beiden Oberkellner mit einer Schnur und haben kontrolliert, ob auch alle Bestecke in gleicher Höhe waren oder die Servietten – und wehe wenn nicht – Strafdienst...

Oft und oft sind wir Lehrlinge im Personalzimmer gesessen und haben beschlossen: Wir kündigen fristlos!! Und sind treu und brav am nächsten Tag wieder zur Arbeit erschienen...

An meinem allerletzten Arbeitstag – das Auto stand fertig gepackt vor der Tür, ich wollte direkt nach dem Dienst losfahren.... da bekam ich, warum auch immer, noch mal Strafdienst aufgebrummt und hab dann noch zwei Stunden lang auf den Knien rutschend mit einem Schaschlikspieß die Ritzen am Aufzug saubergemacht.

Wenn ich nachdenke, wie doof ich war!!! *Kopfschüttel* Daß wir uns das alles gefallen ließen!!!!  Ich würde mir heute nicht annähernd soviel bieten lassen. Und wenn es einem meiner Kinder so erginge, dann würde ich aber in diesem Lehrbetrieb stehen und einen Aufstand machen – oder mein Kind ermutigen, einen anderen Betrieb zu suchen!

Aber geschadet hat es mir nicht wirklich – und ich hab gelernt zu arbeiten, auch kein Fehler.

Kollegen haben mir auch oft noch ganz andere Schoten erzählt.... Wenn der Koch wissen wollte, ob der Grill schon heiß ist, dann legte er die Fleischgabel auf den Rost und dann auf den Arm des Lehrlings – wenn’s weh getan hat war der Grill heiß genug. (Ich hab die Striemen gesehen, das war Tatsache), also ging es nicht nur bei uns ein bisschen rauher zu...

Und es gab auch nette Zeiten dort, wir Lehrlinge haben uns super verstanden und die Arbeit hat ja auch Spaß gemacht! Das hört sich so geballt ja auch schlimmer an als es war stell ich grade beim durchlesen fest ;-))))

 

Jeanie 10.09.2008, 17.23| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Aufgeschnappt | Tags: Lehrjahre Strafdienst

Platzprobleme im Hexenhaus

Wir haben ja ein kleines, schnuckeliges Hexenhäuschen gemietet, das immerhin stolze 6 Zimmer(chen) bietet auf grandiose 88 m² und zwei Stockwerke verteilt (oder 2 1/2??)

Im Erdgeschoß ist gleich neben der Tür unser "megagroßes" Klo (ca. 0,93 m²) die Küche, ein Eßzimmer und das Bad. Drei Stufen runter gehts ins Wohnzimmer.

Im ersten Stock ist ein großes Kinderzimmer (11,13 m²) das sich die beiden Mädels teilen müssen, ein Kämmerchen in dem mein Mann schläft (grandiose 4,1 m²) und zu guter Letzt das ehemalige Schlafzimmer, das sich nun der Kleine und ich teilen. (Ja, ich bin tatsächlich so unverschämt, daß ich auch gerne irgendwo ein Bett hätte - wenn ich es auch kaum mal eine Nacht für mich alleine habe, weil immer ein Kind bei mir schlafen muß). Das ist der kurioseste Raum im ganzen Haus *gg* Das Zimmer ist tiefer als die anderen Räume oben, es führt so eine Art "Hennentreppe" 3 Stufen runter. Die Maße sind 3,36m auf 3,40 m; die "Wände" sind 60 cm hoch, dann beginnt die steile Dachschräge bis zur Höhe von ca. 3 Metern.

Zuletzt hatte ich das Ehebett abgebaut und dem Kleinen und mir je einen Lattenrost und eine Matratze an eine Seitenwand gelegt, damit er in der Mitte wenigstens Platz zum Spielen hat (Außer Kruscht verteilen ist da aber nie was passiert). Da er eh jede Nacht bei mir schläft hätte ich mir seine eigentlich sparen können :-((

Nun hat der Kleine einen Schreibtisch bekommen (DANKE liebe Heike!!) und der soll nun   e n d l i c h   im neuen Schuljahr auch oben genutzt werden. Die einzige Möglichkeit da oben war, die Betten wieder zusammenzuschieben (und die nächsten Tage das Ehebett wieder aufzuibauen) und den Schreibtisch unter die Dachschräge an die Wand schieben.... Nun hat der arme kleine Kerl schon wieder keinen Platz zum spielen und es sieht auch ziemlich dämlich aus, wenn Freunde kommen und er sagen muß "Da schläft meine Mama" Pfffttt.... Aber anderswo ist einfach kein Platz für mich - und irgendwo schlafen würd ich schon gerne ;-)) Und der arme Zwerg hat ja nicht mal ein Regal für seinen Kruscht... im Zimmer stehen nur ein große und eine kleine Kommode für seine Klamotten und ein mittlere Kommode für meine paar Sachen. Das Hundekörble braucht ja auch noch Platz, da gibts im Haus sonst kein ruhiges Fleckchen dafür....

Ich hätte gerne von den 900 m² Garten ein bißchen was fürs Haus, das wäre fein!

Jeanie 10.09.2008, 00.30| (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Der ganz normale Wahnsinn | Tags: Platzproblem

Zufallsspruch:
Wenn einer seine Fähigkeiten nutzt, kann auch der geringste Mensch ganz groß herauskommen.

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Die wir lieben

sind nur geborgt,

wann sie gehen,

entscheiden wir nicht.

Wir entscheiden,

ob wir die Erinnerung

als Geschenk annehmen wollen







Warum Hexenhaus??? Weil das Häuschen das wir gemietet haben so aussieht. Es ist ein kleines, sehr  verwinkeltes Häusle, hier ein Treppchen, dort ein Absatz, die Zimmer sind winzig und  beim Einzug hatten wir nur 2 Ölöfen und im Bad ein Mordstrum an Boiler, den man erst mal stundenlang einheizen mußte um duschen oder baden zu können. Der Riesengarten steht voller Bäume und Büsche, total wild.

Brigitte Sommer:
habe leider auch keine adventsmails von Dir b
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DJ Stuttgart mieten:
:ok: Ich liebe diesen Song ! Erinnert mich a
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DJ Tübingen Hochzeit:
Zu meiner Hochzeit werde ich Sunrise Avenue r
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DJ Reutlingen mieten:
Was für wunderschöne Hochzeitsbilder, wirkl
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Katja Mattern:
Hallo Jeanie,ich freu mich wieder etwas von D
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